Nebel

Spirituelles Erwachen - Nebel

Jeden Tag gehen wir dreimal mit meiner Hündin um einen kleinen Teich, gleich in der Nähe unseres Hauses. 

Vor dem Teich gibt es eine große Wiese mit vielen Blumen und Gräsern. Gerne erinnere ich mich an warme Sommertage, an denen ich mich mit dem Kopf im Nacken im Kreis gedreht habe, bis die Wolken zu einem weißen, flauschigen Kreis verschmolzen sind. Als mir richtig schwindelig war habe ich mich auf das weiche Gras fallen lassen und den kleinen Käfern und Insekten im Gras zugehört. 

Mein inneres Kind liebt diese unbeschwerte Erinnerung.

Die letzte Runde um den kleinen Teich drehe ich an diesem Abend allein.

Ich gehe in der Abenddämmerung an der großen uralten Eiche vorbei, es hat den ganzen Tag geregnet und große Nebelschwaden liegen in der Luft.

Als ich den Weg rechts neben der großen Wiese vorbei an den hoch gewachsenen Gräsern einschlage, steht ein Mann auf dem Trampelpfad. Er trägt einen langen schwarzen Mantel und eine schwarze Anzughose mit Bügelfalte. Sein Gesicht ist fahl und blass, seine Wangen sind eingefallen. Würde ich ihn nur beiläufig betrachten würde ich nicht bemerken, dass er gestorben ist und nach dem Licht sucht. Er würde mir nicht auffallen. 

Aber hier steht er allein und durchnässt unter einer Trauerweide und seine Augen weinen. Er ist orientierungslos und fühlt sich völlig verloren. 

Kurz erschrecke ich, als ich seine Augen erblicke. Warum muss mir so etwas immer in solchen gruseligen Momenten geschehen? (Die Antwort auf diese Frage habe ich erst Jahre später erhalten: Weil dein drittes Auge momentan nur Informationen aufnimmt, wenn du im Zwielicht, in der Dämmerung im Schatten bist. Deine biologischen Augen sind in diesen Momenten nicht dominant genug und dein drittes Auge nutzt diese Chance und schaut und zeigt.)

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